Alles wieder gut, oder?
Lesezeit: 5 – 8 Minuten
Seit dem ersten Höhepunkt der Krise hat sich viel und trotzdem nicht viel getan. Trotz immensen finanziellen Einsatz, dessen tatsächliche Höhe wir wohl nie genau erfahren werden, hat sich die Situation nicht entspannt, sondern verschlimmert. Es wird immer mehr Geld gebraucht, nicht um wie gesagt die Situation zu verbessern oder gar Lösungen zu erwirken, sondern nur um das System am Laufen zu halten …
Was sich derzeit in der Finanz- und Wirtschaftswelt abspielt, kann man mit der gigantischen Lügenoffensive rund um den Golf von Mexiko vergleichen. Die Situation wird weitegehend als gelöst dargestellt. Angeblich ist das Bohrloch zu, das Öl wie von Zauberhand verschwunden und sogar Obama badet samt Kinder in den Fluten des Golfs. Sogar das Fischfangverbot wurde aufgehoben, die ersten Trawler sind wieder zum Fischen hinausgefahren. Alles wunderbar, der extreme Einsatz von Material, Menschen und vor allem Chemie hat sich also gelohnt, die USA und die anderen Karibikstaaten sind einer Katastrophe entgangen.
Tatsächlich warnen Wissenschaftler nicht unbegründet, dass all die Euphorie nur reine Kosmetik ist. Oberflächlich betrachtet, ist die Ölpest tatsächlich verschwunden. Man darf nur nicht genauer hinsehen, vor allem nicht unter die Oberfläche schauen. Denn genau dort befindet sich derzeit das Erdöl, in Schichten zwischen einigen hundert Metern breitet sich nicht nur ein dünner Ölfilm aus, sondern sehr dicker, der die Unterwasserwelt nachhaltig schädigt, in weiten Teilen auch alles Leben abtötet.
Wenn ein in sich funktionierendes Ökosystem derart massiv gestört wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Folgen in der Nahrungskette auftauchen. Wir haben es nicht nur mit Erdöl zu tun, wo normalerweise kleine Mengen ausreichen um Wasser oder Boden nachhaltig zu vergiften, wir haben es auch mit unwahrscheinlich grossen Mengen höchst toxischer Gifte zu tun, wie Corexit. Demnach ist es für eine Entwarnung noch viel zu früh.
Waren da nicht auch zwei Bohrlöcher? Kann man, weil immer nur von einem berichtet wurde, dass es angeblich verschlossen wurde, davon ausgehen, dass das zweite noch immer offen ist? Aufmerksamen Beobachtern ist aufgefallen, dass die Videos, die BP präsentierte, aus zwei verschiedenen Standorten stammten. Bei einer derart dreisten Desinformationskampagne und Lüge muss man weiter davon ausgehen, dass kaum die Wahrheit verbreitet und der wahre Zustand verheimlicht wird. Es kommt mit Sicherheit noch einiges an viel schlimmeren aber möglicherweise nicht offensichtlich sichtbaren Katastrophenmeldungen aus dem Golf von Mexiko auf uns zu. Das bisherige war erst der Anfang, auch wenn Obama demonstrativ baden geht!
Genauso präsentieren sie uns auch die aktuelle Situation der Krise. Solange du, mein lieber Freund, in dieser wahrhaftigen Scheisse nicht herumstocherst, könntest du wirklich den Eindruck gewinnen, es würde sich jetzt alles zum Guten wenden, die Probleme sind wie von Zauberhand, so wie das Öl im Golf, verschwunden. Jubelmeldungen über rasantes Wirtschaftswachstum von ein oder zwei Prozent, Rückgang der Arbeitslosigkeit, und so weiter.
Stocherst du ein wenig, dann stinkt die Scheisse gewaltig. Fast alle offiziellen Zahlen werden frisiert, manipuliert und gefälscht … leider oft auch mit legalen Mitteln. Wo man beispielsweise gerade bei den Arbeitslosenzahlen viele Möglichkeiten hat, die Zahlen zu schönen. Man nimmt eben einige Gruppen aus der Berechnung – die Sozialfälle, die Umschulungen, die Weiterbildungen, etc. Präsentiert wird nur der Kern jener, die als derzeit Arbeitssuchende gelten. In jedem Fall, die Zahlen sind dramatisch höher. Hier und anderswo!
Auch die Inflation wird extrem geschönt. Du brauchst nur bei Waren des täglichen Bedarfs nachrechnen, es gab Preissteigerungen von 20% und mehr. Vor allem durch den Umstand, dass genormte Packungsgrössen nicht mehr vorgeschrieben sind. Die Verpackungen bleiben, nur der Inhalt wird weniger. Und so können wir eine versteckte Inflation beobachten, die weit über den offiziellen ein oder zwei Prozent liegt. Denn wenn in einer Packung bisher 225g waren und plötzlich nur mehr 197, dann entspricht das einer rund 10%igen Inflation, denn um den gleichen Geldwert bekommst du weniger an Ware, weniger an Gegenwert! Das heisst, dieser offizielle Warenkorb, der für die Inflationsberechnung hergenommen wird, beinhaltet das selbe als früher … nur er ist leichter geworden!
Auch wird uns suggeriert, dass Staaten oder Staatenverbünde wie die USA oder EU gar nicht pleite gehen können … also keine Gefahr eines Staatsbankrottes besteht. Das ist im Prinzip richtig, aber nicht die ganze Wahrheit. Sowohl die USA wie auch die EU, in diesem Fall die Eurozone, können unvorstellbare Mengen an neuem Geld produzieren. Sie können Unmengen der benötigten Staatsanleihen selbst aufkaufen. Sie können sehr grosse, systemrelevante Banken oder Unternehmen mit diesen Geldern “retten”. Sie können auch Teilstaaten mit neu geschaffenen Geld vor der Pleite retten. Sie können auch versuchen, sich über eine Hyperinflation, mehr und neue Steuern, zu entschulden (zumindest teilweise). Ergo brauchen wir tatsächlich keine Angst zu haben, dass die USA oder die EU zusammenbricht, oder? Tja, und hier sollten wir ein wenig nachdenken und nicht nur dem Mainstream Glauben schenken. Offensichtlich ist das Verheimlichen von brisanter, negativer Information, so wie bei den Vorgängen im Golf von Mexiko, Usus geworden.
Die genannten Staaten und Staatenverbünde können tatsächlich kaum pleite gehen. Ausser es kommt zu Entwicklungen, die von diesen Staaten nicht mehr kontrolliert werden können. Wenn zum Beispiel das Vertrauen in die Währung und/oder in den Staat schwindet. Wenn das Volk nicht mehr an die eigene Währung, weil sie beispielsweise inflationär ist und privates Vermögen vernichtet, glaubt und in Ersatzwährungen flüchtet (Gold & Silber). Oder wenn das Spiel der getürkten Zahlen offensichtlich wird. Wenn plötzlich jede Familie von Arbeitslosigkeit, dadurch geringerem Einkommen und damit auch Vermögensverlusten konfrontiert ist. Oder die Handelspartner nicht mehr an die Währung glauben, weil sie das Verlustrisiko als zu hoch einschätzen und in eine andere Verrechnungswährung flüchten. Dieses Stadium haben wir jetzt erreicht! Wenn plötzlich einer Währung nicht mehr vertraut wird, ist sie, sofern kein nachhaltiger Wert dahinter steht, wertlos! … sie kollabiert! Unternehmen, wie Private, flüchten in andere, stabilere Währungen, bei denen das Verlustrisiko geringer ist, suchen Ersatzwährungen, das könnten Edelmetalle sein, die natürlich dadurch gewaltig an Wert zulegen werden und die Währung zusätzlich belasten. Und beginnen mit jenen Werten zu Handeln, die stabil sind … Arbeitskraft und Waren, also Tauschhandel. Im Hintergrund bricht die ungeliebte Währung zusammen und ein Staatsbankrott wird immer wahrscheinlicher.
Zur Zeit sind wir mit diesem Phänomen, derzeit noch ansatzweise, konfrontiert. Wir verlieren das Vertrauen in unsere Währung! Das dicke Ende ist demnach abzusehen, denn diese Spirale kann kaum kontrolliert werden, bekommt mit Sicherheit eine enorme Eigendynamik und wird sich demzufolge immer schneller drehen …
Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)






