Studie: Riesige Ölfahne unter der Wasseroberfläche im Golf von Mexiko
RSS via Der Honigmann
Lesezeit: 2 – 4 Minuten
US-Wissenschaftler melden den ersten konkreten Nachweis eines riesigen unterseeischen Ölschwadens, der durch den Golf von Mexiko wabert und aus dem Leck der explodierten BP-Plattform stammen soll. Der Ölschwaden ist unsichtbar, rund 35 Kilometer lang und zwei Kilometer breit, wie die Wissenschaftler in einem Online-Bericht des Fachmagazins „Science“ erklären.
Auf dem Golf von Mexiko trieb nach dem Unglück ein Ölteppich – jetzt wurde auch eine riesige unterirdische Ölfahne entdeckt (Archivfoto vom Mai 2010: dpa)
Das Team vom Ozeanographischen Institut Woods Hole in Massachusetts kam dem Ölgebilde mit Spezialinstrumenten wie Massenspektrometer auf die Spur, die genau die chemische Signatur von Öl analysieren können. Die Ölfahne befinde sich etwa 900 Meter unter der Wasseroberfläche und ist deshalb – anders als ein Ölteppich – nicht sofort sichtbar.
Kein reines Rohöl
„Wir haben die Existenz der Ölfahne im Golf von Mexiko nicht nur belegen können, sondern auch ihren Ursprung und ihre Zusammensetzung bestimmen können“, sagte Studienautor Richard Camilli. Die Fahne bestehe nicht aus reinem Rohöl. Das Öl sei vielmehr in verschiedene Komponenten wie etwa Benzol, Ethylbenzol und Toluol zerfallen und habe sich mit Wasser vermischt. „Die Fahne ist nicht so dick wie Schokoladensirup“, sagte Mitautor Christopher Reddy. „Das heißt aber nicht, dass sie nicht schädlich für die Umwelt wäre.“
Das Vorhandensein der Fahne lasse vermuten, dass Spuren des ausgetretenen Öls „länger im Ozean bleiben werden als gedacht“, hieß es. Die Zersetzung des Öls gehe bei nur 4,5 Grad kaltem Wasser nur sehr langsam vonstatten. Das dauere rund zehn Mal länger als an der Oberfläche, sagte Ben Van Mooy, einer der Autoren der Studie. Trotzdem beobachteten die Forscher auch, wie ölzersetzende Bakterien zu einem natürlichen Verschwinden der Stoffe beitrügen. Die Untersuchung beruht auf Daten, die Ende Juni auf einer Forschungsexpedition gesammelt wurden.
„Bottom Kill“ erst im September
Vor kurzem hatte die US-Regierung noch erklärt, der Großteil des Öls im Golf von Mexiko sei bereits beseitigt. Am Dienstag hatten dagegen Forscher der Universität von Süd-Florida berichtet, sie hätten noch am Grund eines Meeresgrabens, des DeSoto Canyons, Hinweise auf Ölpartikel gefunden. Die Wissenschaftler blieben aber zunächst den Nachweis schuldig, dass dieses Öl tatsächlich durch den Untergang der Bohrplattform „Deep Water Horizon“ Ende April ins Meer gelangt war.
[....]
Gruß
Der Honigmann






